Führen aus Persönlichkeit - für Führungskräfte, die mutig sind, sich selbst zu entwickeln

Führen aus Persönlichkeit - für Führungskräfte, die mutig sind, sich selbst zu entwickeln
Kurzfassung: Persönlichkeitsorientiertes Coaching stärkt Führungskräfte, indem es innere Strukturen, Selbstregulation und flexible Führungswahlmöglichkeiten entwickelt.
Führen ist kein SMART-Ziel.
Führungskräfte entwickeln echte Kompetenz und Stärke, die nicht nur an Zielerreichung arbeiten, sondern an ihrer Persönlichkeit, ihren Denkweisen und inneren Strukturen- weil echte Wirksamkeit im Job von innen entsteht.
Warum persönlichkeitsorientiertes Coaching wirksamer ist als ein weiterer Methodenkoffer
Vielleicht kennen Sie diese Situation: Sie investieren kontinuierlich in Ihre Führungsentwicklung, besuchen Seminare, lesen Fachliteratur, erweitern Ihren Methodenkoffer. Manche Ansätze funktionieren erstaunlich gut für Sie – andere dagegen fühlen sich sperrig an, lassen sich im Alltag kaum umsetzen oder wirken nicht so, wie es versprochen wurde. Nicht selten entsteht dann der Gedanke, Sie müssten sich nur mehr disziplinieren oder die Methode noch konsequenter anwenden. Doch genau hier lohnt es sich, innezuhalten.
1 | Persönlichkeitsorientiertes vs.klassisches Führungscoaching
Klassisches Führungskräftecoaching geht häufig davon aus, dass Wissen automatisch zu Verhalten führt: Wenn Sie wissen, wie gute Führung funktioniert, dann sollten Sie sie auch umsetzen können. Persönlichkeitsorientiertes Coaching stellt eine andere, grundlegendere Frage: Warum fällt Ihnen eine Methode leicht – während eine andere bei Ihnen kaum Wirkung entfaltet? Die Antwort darauf liegt nicht in fehlender Kompetenz oder mangelndem Willen, sondern in der Art und Weise, wie Ihre Persönlichkeit innere Prozesse steuert.
Denn Führungskräfte sind nicht gleich strukturiert. Sie unterscheiden sich darin, wie sie Entscheidungen treffen, wie sie mit Druck umgehen, wie sie planen, reflektieren oder ins Handeln kommen. Methoden sind niemals neutral – sie sprechen bestimmte innere Funktionssysteme an. Wenn diese Systeme bei Ihnen gut zugänglich sind, entfaltet eine Methode Wirkung. Wenn nicht, bleibt sie wirkungslos oder erzeugt inneren Widerstand. Das persönlichkeitsorientierte Coaching für Führungskräfte in Bochum setzt genau an diesem Punkt an: an der Wirkung Ihrer Persönlichkeit.
2 | Die Architektur der Persönlichkeit
Um zu verstehen, warum bestimmte Methoden für Sie stimmig sind und andere nicht, lohnt sich ein Blick auf die innere Architektur von Persönlichkeit. Denn diese bestimmt, wie Führen aus der eigenen Persönlichkeit gelebt werden kann und natürliche Autorität entsteht. Eine wissenschaftlich fundierte Grundlage hierfür bietet das PSI-Modell (Persönlichkeits-System-Interaktionen) des Motivationspsychologen Julius Kuhl. Das darauf aufbauende IMPART-Modell macht diese Zusammenhänge für Coaching und Führungspraxis greifbar. Es beschreibt vier zentrale psychische Funktionssysteme, die Ihr Denken, Fühlen und Handeln steuern – insbesondere unter Druck.
Diese vier Funktionen sind in jedem Menschen angelegt. Sie unterscheiden sich jedoch darin, wie leicht sie zugänglich sind, wie gut sie zusammenspielen und welches System Sie bevorzugt nutzen. Genau hier liegt der Schlüssel: Methoden wirken nicht unabhängig von Ihrer Persönlichkeit, sondern aktivieren jeweils bestimmte dieser inneren Systeme. Je nachdem, wie gut dieses System bei Ihnen verfügbar ist, entfaltet eine Methode Wirkung – oder eben nicht. Ihre Führungskompetenz erweitert sich also unmittelbar durch das Erkennen eigener Präferenzen. Erst dann kann Führungscoaching wirken: wenn Sie Ihre Führungspersönlichkeit entwickeln.
2.1 | Worin Menschen sich unterscheiden und warum sie verschieden wirken - die 4 Funktionen der Persönlichkeit
Die erste Funktion ist das Intentionsgedächtnis. Es unterstützt Sie dabei, Ziele zu formulieren, Pläne zu entwickeln und Vorhaben konsequent umzusetzen. Wenn Sie hier gut aufgestellt sind, schätzen Sie Klarheit, Struktur und Verbindlichkeit. Zielvereinbarungen, Maßnahmenpläne oder Controlling-Instrumente geben Ihnen Orientierung und Sicherheit. Gleichzeitig kann es Ihnen schwerfallen, sich auf offene Reflexionsprozesse oder emotionale Selbstarbeit einzulassen, weil diese weniger greifbar erscheinen. Emotional ist dieses System eher nüchtern ausgerichtet. Typische Emotionen sind Sachlichkeit, Ernsthaftigkeit und ein Gefühl von Kontrolle. Nach außen wirken Führungskräfte mit einem starken Intentionsgedächtnis klar, verlässlich und souverän – manchmal auch distanziert oder streng. Mitarbeitende erleben Sie als strukturiert und orientierungsgebend, jedoch nicht immer als nahbar oder spontan. Methoden mit klaren Ziel- und Umsetzungslogiken passen gut zu diesem System.
Eine zweite Funktion ist die intuitive Verhaltenssteuerung. Sie ermöglicht es Ihnen, schnell zu handeln, pragmatisch zu entscheiden und auch unter Zeitdruck handlungsfähig zu bleiben. Wenn dieses System bei Ihnen stark ausgeprägt ist, sind Sie umsetzungsstark, lösungsorientiert und lernen am besten durch Erfahrung. Längere Planungs- oder Analyseprozesse können Sie dagegen als hemmend oder unnötig komplex erleben. Die intuitive Verhaltenssteuerung (IVS) ist eng mit positiver Aktivierung verbunden. Hier dominieren Emotionen wie Begeisterung, Tatendrang, Zuversicht und Spielfreude. Wenn dieses System bei Ihnen gut verfügbar ist, wirken Sie nach außen oft charmant, lebendig, mitreißend und motivierend. Sie treffen schnelle Entscheidungen, reagieren flexibel und erzeugen Dynamik. Mitarbeitende erleben Sie als energiegeladen und handlungsstark. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Reflexion, Nachhaltigkeit oder emotionale Tiefe zu kurz kommen, wenn die IVS dauerhaft übersteuert ist.
Das dritte System ist das Objekterkennungssystem. Es hilft Ihnen, Probleme zu erkennen, Fehler zu analysieren und Risiken realistisch einzuschätzen. Mit einem guten Zugang hierzu bringen Sie Klarheit in schwierige Situationen, sprechen kritische Themen an und sichern Qualität. Methoden der Analyse, des kritischen Feedbacks oder der Problembearbeitung liegen Ihnen. Gleichzeitig können stark ressourcen- oder visionsorientierte Ansätze bei Ihnen Skepsis auslösen, wenn sie Ihnen zu wenig fundiert erscheinen. Zudem können Sie, wenn sie in Ihrer Arbeit vertieft sind, für andere wenig nahbar, manchmal sogar ernst oder verstimmt wirken. das liegt daran, dass der positive Affekt, z.B. Freude, unterdrückt werden muss, damit man Fehler besser erkennen kann. Das Objekterkennungssystem ist emotional eng mit negativen Affekten verbunden, insbesondere mit Sorge, Ärger, Skepsis oder kritischer Wachsamkeit. Diese Emotionen sind nicht „schlecht“, sondern funktional: Sie helfen Ihnen, Risiken zu erkennen und Probleme klar zu benennen. Führungskräfte mit einem starken Zugang zu diesem System wirken nach außen analytisch, präzise und anspruchsvoll – manchmal auch kritisch, kühl oder schwer zufrieden zu stellen. Mitarbeitende schätzen Ihre Klarheit, können sich jedoch gehemmt fühlen, wenn Anerkennung oder Zuversicht zu kurz kommen.
Das vierte System ist das Extensionsgedächtnis. Es ermöglicht Ihnen den Zugang zu Ihren Werten, zu Sinnzusammenhängen und zu einem ganzheitlichen Blick auf sich selbst und andere. Wenn dieses System gut verfügbar ist, führen Sie authentisch, empathisch und sinnorientiert. Sie treffen Entscheidungen im Einklang mit Ihrer inneren Haltung und können Orientierung geben. Stark strukturierte, zahlen- oder leistungsfokussierte Methoden können sich für Sie dagegen schnell einengend anfühlen. Das Extensionsgedächtnis ist emotional durch Ruhe, Verbundenheit, Vertrauen und innere Stimmigkeit geprägt. Wenn dieses System gut zugänglich ist, wirken Sie als Führungskraft authentisch, empathisch und sinnstiftend. Ihre Präsenz wird oft als ruhig, klar und orientierend erlebt. Mitarbeitende fühlen sich gesehen und ernst genommen. Gleichzeitig kann es Ihnen schwerfallen, in hochdynamischen oder stark leistungsorientierten Kontexten klare Grenzen zu setzen oder Entscheidungen zügig durchzusetzen.
3 | Persönlichkeitsorientiertes Coaching wirkt
Persönlichkeitsorientiertes Coaching möchte Sir nicht in einen Typ einordnen oder Sie an ein Idealbild von Führung anzupassen. Vielmehr geht es darum, Ihre innere Flexibilität zu erweitern: blockierte Funktionssysteme wieder zugänglich zu machen, Übersteuerungen auszugleichen und neue Wahlmöglichkeiten im eigenen Führungsverhalten zu entwickeln. Am IMPART-Institut in Osnabrück habe ich von Prof. Julius Kuhl gelernt und so meine Fähigkeiten als Coach und Führungskraft mit dem persönlichkeitsorientierten Ansatz entscheidend vertieft.
Entwicklung bedeutet in diesem Verständnis nicht, jemand anderes zu werden. Entwicklung bedeutet, mehr von sich selbst nutzen zu können. Sie erweitern Ihr Repertoire, ohne Ihre Persönlichkeit zu verleugnen. Methoden werden dadurch nicht ersetzt, sondern erst wirklich wirksam – weil sie auf einer inneren Passung beruhen. Dadurch erweitert sich Ihre emotionale Intelligenz und Stressresistenz. Denn nur, wer den richtigen Umgang mit sich selbst lernt, ist auch resilient in der Führung.
Führungskompetenz und Teamentwicklung gehen natürlich Hand in Hand: starke Führungskräfte verstehen und fördern die unterschiedlichen Persönlichkeiten ihres Teams besser und effektiver.
3.1 | Der erste Schritt ist das Einlassen
Führung beginnt damit nicht bei der nächsten Technik, sondern bei Ihnen selbst. Deshalb erfordert es Mut, sich auf sich selbst einzulassen und sich durch eine psychologisch ausgebildete Führungscoachin reflektieren zu lassen, in einen persönlichen gemeinsamen Prozess zum Leadership durch authentisches Führen einzutauchen, der mehr gibt als nur Tools. Wenn Sie verstehen, wie Ihre Persönlichkeit Führung steuert, treffen Sie bewusstere Entscheidungen, führen stimmiger und bleiben auch unter Druck handlungsfähig. Persönlichkeitsorientiertes Coaching schafft dafür die Grundlage – für Führung, die nicht nur funktioniert, sondern trägt. Und vor allem tragen sie sich selbst, mit größerer mentaler Stärke, innerer Klarheit und äußerer Präsenz.
4 | Warum diese emotionale Perspektive so entscheidend ist
Führung wirkt immer emotional – unabhängig davon, wie sachlich, rational oder methodisch sie gemeint ist. Jede Entscheidung, jede Intervention, jedes Gespräch aktiviert bei Ihnen und bei anderen emotionale Prozesse. Begeisterung, Sicherheit, Druck, Vertrauen oder Widerstand entstehen nicht zufällig, sondern als direkte Folge Ihrer inneren Steuerung. Wer Führung ausschließlich auf der Verhaltensebene betrachtet, übersieht einen zentralen Wirkfaktor.
Die Wirkung nach außen ist dabei keine Frage von Image, Inszenierung oder persönlichem Stil. Sie entsteht nicht dadurch, wie Sie wirken wollen, sondern dadurch, welche inneren Systeme in einer Situation aktiv sind. Ob Sie als charmant, streng, ruhig, kritisch oder inspirierend erlebt werden, ist das Ergebnis dieser inneren Dynamik – besonders unter Stress. Genau deshalb greifen rein technikorientierte Führungsansätze oft zu kurz.
Emotionale Wirkungen wie Charme, Strenge, Gelassenheit oder Kritik sind keine Charaktereigenschaften im Sinne von „so bin ich eben“. Sie sind systemisch erklärbar und damit auch veränderbar. Eine Führungskraft wirkt nicht deshalb streng, weil sie „streng ist“, sondern weil bestimmte Funktionssysteme dominieren und andere nicht ausreichend zugänglich sind. Diese Unterscheidung entlastet – und eröffnet Entwicklungsspielräume.
4.1 | Typische Führungsdilemmata neu verstehen
Viele Führungskräfte erleben Führung als permanentes Spannungsfeld: zwischen Druck und Beziehung, zwischen Tempo und Tiefe, zwischen Klarheit und Empathie. Diese Dilemmata lassen sich selten durch die „richtige“ Methode auflösen, weil sie keine Entweder-oder-Fragen sind. Sie spiegeln vielmehr innere Dynamiken wider: Je nach aktivem Funktionssystem dominieren Durchsetzung, Analyse, Handlung oder Beziehung. Persönlichkeitsorientiertes Coaching hilft, diese Spannungsfelder nicht länger als Widerspruch zu erleben, sondern als bewusste Wahlmöglichkeiten. Führungskräfte gewinnen die Fähigkeit, situativ zwischen Druck und Beziehung, Tempo und Reflexion zu wechseln – ohne sich innerlich zu zerreißen oder an Authentizität zu verlieren. Flexibilität zu lernen ist also der Schlüssel!
Genau hier entfaltet persönlichkeitsorientiertes Coaching als individuelles Leadership Training seine besondere Wirkung. Es zielt nicht darauf ab, Ihnen ein neues Verhalten anzutrainieren oder an Ihrer Außenwirkung zu „feilen“. Stattdessen unterstützt es Sie dabei, Ihre innere Steuerungsfähigkeit zu erweitern. Sie lernen, bewusst zwischen verschiedenen emotionalen Wirkungen zu wechseln – situationsangemessen, authentisch und ohne sich zu verbiegen. Führung wird dadurch nicht beliebiger, sondern klarer, stimmiger und langfristig wirksam.
5 | Fazit
Wirksame Führung entsteht nicht durch mehr Methoden, sondern durch innere Passung. Persönlichkeitsorientiertes Coaching setzt dort an, wo Führung tatsächlich gesteuert wird: in der Selbstregulation, im Umgang mit Emotionen und in der inneren Flexibilität. Wer seine Persönlichkeit besser versteht, kann bewusster führen, unter Druck stimmig bleiben und Wirkung gezielt variieren.
In der kreativen und praxisorientierten Führungskräfteentwicklung in Bochum und Online arbeite ich gerne mit Persönlichkeiten, erfahrenen oder am Anfang Ihrer Karriere stehend. Weil eine echte Entwicklung dort beginnt, wo Menschen nicht optimiert, sondern verstanden werden – und Führung dann nicht mehr gespielt werden muss, sondern aus innerer Stimmigkeit entsteht. Ich freue mich, Sie in einem unverbindlichen Erstgespräch persönlich kennenzulernen.
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